Sonntag September 05 , 2010

LTE

Long Term Evolution, abgekürzt „LTE“ ist eine neue Mobilfunktechnologie, die kurz vor ihrer Markteinführung steht. LTE bietet im Gegensatz zu den Vorgängern UMTS und HSPA deutlich höhere Datenraten und ist als All-IP Netz konzipiert. Um LTE als neuen Mobilfunkstandard zu etablieren, benötigen die Netzbetreiber neue Frequenzen. In Deutschland wird dafür zum einen der Frequenzbereich der Digitalen Dividende (LTE 800)  verwendet, insbesondere der ländliche Raum soll aufgrund der guten Ausbreitungseigenschaften dieser Frequenzen mit LTE versorgt werden. Für den städtischen Bereich sind die Frequenzen zwischen 2500 und 2690 MHz vorgesehen, sie bieten höhere Datenraten wodurch die hohe Nachfrage in Stadtgebiet befriedigt werden kann. Die Versteigerung der Frequenzen findet voraussichtlich im ersten oder zweiten Quartal 2010 statt. Die Standardisierung von LTE findet beim 3GPP statt, hier werden die technischen Spezifikationen erarbeitet, die die Grundlage für die technische Umsetzung bilden. LTE wurde im fertig gestellten Release 8 standardisiert, das die Anforderungen des ITU Standard IMT-2000 erfüllt.

LTE basiert auf zwei zentralen Komponenten, dem Kernnetz und der Luftschnittstelle, beide wurden vor dem Hintergrund entwickelt ein All-IP Netz zu konzipieren. Der Zugewinn an Datenrate, der durch LTE erreicht wird basiert auf Entwicklungen der Luftschnittstelle, in den Bereichen Antennentechnologie, Modulationsverfahren und Kodierung. Durch die Kombination kann die spektrale Effizienz gegenüber den Vorgänger Technologien signifikant erhöht werden. Die Reduzierung der Latenzzeiten ist auf ein grundlegend vereinfachtes Netzwerkkonzept zurückzuführen, zu dem auch die Entwicklung eines neuen Kernnetzes, dem EPC gehört. LTE bietet mit FDD und TDD Version und der Möglichkeit der skalierbaren Kanalbandbreite die Option, gepaarte und ungepaarte Frequenzen zu nutzen und in unterschiedlichen Kanalbandbreiten eingesetzt zu werden, und wird dadurch der international unterschiedlichen Frequenzverfügbarkeit gerecht.

Leitungsvermittelnde Übertragung, wie im UMTS und GSM Netz ist im LTE Netz nicht mehr vorgesehen. Es kling ein wenig paradox, jedoch wird durch diesen Umstand die Sprachübertragung im LTE Mobilfunknetz plötzlich wieder zu einer Herausforderung. In Folge der Umstellung auf IP basierte Übertragung kann die Sprachübermittlung nicht wie in UMTS und GSM Netzen funktionieren. Die Unternehmen haben daher verschiedene Ansätze konzipiert, wie die Sprachübertragung im LTE Netz und zwischen unterschiedlichen Netzgenerationen implementiert werden kann, dazu gehört unter anderem eine Entwicklung der VoLGA Initiative. Durch die hohen Bandbreiten und die Umstellung auf ein All-IP Netz ergeben sich verschiedene Chancen aber auch Risiken für die Netzbetreiber.

Die Herausforderung der Sprachübertragung gehört eindeutig zu den Risiken, während Geschäftsmodelle mit Femtozellen, also sehr kleinen Mobilfunkzellen für den Privathaushalt, ganz neue Möglichkeiten für Netzbetreiber bieten. Die Einsparpotentiale die sich durch die Einführung von LTE für die Netzbetreiber bieten sind nicht nur durch den Einsatz von Femtozellen umsetzbar. Potentiale zur CAPEX und OPEX Reduktion liegen auch in der Fähigkeit der Basisstationen sich selbst zu organisieren und die Einstellungen zu optimieren. Unter der Abkürzung SON werden diese Funktionalitäten zusammen gefasst.

Umfrage

Würdet ihr LTE bestellen, wenn es bei euch verfügbar ist?